Ein Steueramt, das bei der Steueroptimierung hilft?
SRF News / Schweiz aktuell, 20. November 2025.
Laut der «WOZ» hat ein Beamter des Steueramts Uri einem angeblichen Millionenerben bei der Steueroptimierung helfen wollen. Ein deutscher Aktivist liess sich — mit versteckter Kamera — beraten, um in der Schweiz von der Pauschalbesteuerung zu profitieren, mit einem erfundenen Vermögen von 500 Millionen Franken. Laut dem Bericht sei er mit offenen Armen empfangen worden.
«Im Rahmen des Gesetzes»
Der Kanton Uri betonte schriftlich: Bei einem «informellen Erstgespräch» würden nur allgemeine Erklärungen abgegeben. Das Steueramt verstehe sich im Sinne des modernen Verwaltungsverständnisses durchaus als Dienstleisterin respektive bürgernahe Behörde — jedoch im Rahmen des Gesetzes. Grundsätzlich sei der Kanton Uri bei der Pauschalbesteuerung restriktiv: Weniger als 30 von schweizweit mehreren Tausend Pauschalbesteuerten leben in Uri.
Meine Einschätzung als FDP-Präsident
Gegenüber SRF sagte ich: «Ich kann nichts Anrüchiges erkennen. Die Steuerverwaltung hat ihre Rolle als Dienstleister gesehen, was ich selbst auch schon so erfahren habe.»
Es könne sein, dass man sich möglicherweise unglücklich ausgedrückt hat, aber: «Eigentlich haben sie nichts Falsches gemacht.» Es müsse einfach nach den gesetzlichen Regeln gehen. «Dann habe ich nichts dagegen.»
Auch Flavio Gisler, Präsident der Mitte Uri, betonte: «Es stimmt einfach nicht, dass man hier die Reichen bevorzugen würde. Eher das Gegenteil: Wenn man nicht derart dienstleistungsorientiert wäre, müsste man sich ja genau einen Treuhänder leisten. Und dann wären die Reichen bevorzugt.»
Erschienen auf SRF News, 20. November 2025.