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FROMARTE 100 Jahre — und kein bisschen müde

Artikel von Hansjürg Jäger, BauernZeitung, 7. April 2017.

Ich bin nicht der Typ für grosse Feste — das habe ich damals auch so gesagt. «Ich bin ein Typ, der nach vorne schaut.» Da ich nun einer Organisation vorstehe, die 100 Jahre auf dem Buckel hat, hatte ich Mühe, die richtigen Worte zu finden.

Dabei war das nur rhetorisch gemeint. In meiner Begrüssungsrede im Berner Kursaal legte ich dann doch einen Gang zu und sprach von der Geschichte, der Entwicklung der Schweizer Käseproduktion und den Herausforderungen der Branche.

Dabei war der Staat ein ständiger Gast. Das vergangene Jahrhundert war geprägt von zwei Weltkriegen, einer Weltwirtschaftskrise, prekärer Lebensmittelversorgung. Dass der Staat sich dabei je nach Versorgungslage mehr oder weniger in der Milchwirtschaft engagiert hatte, war ein bestimmendes Merkmal. Ein Merkmal, dessen sich manch ein Käser schämen würde. «Dafür muss man sich aber nicht schämen», sagte ich.

Fit gemachte Käser

Käse sei ein Symbol für Glück. Dass man der Käseunion nachtrauere, dass ein Redbull mehr koste als ein Liter Milch — das könne man beklagen. «Aber es bringt uns nicht weiter.» Evolution, Entwicklung, Verbesserung. Für mich war klar, dass auch FROMARTE dafür sorgen müsse, dass sich die Käsereien entwickeln können. Der Druck von aussen bleibt enorm. «Aber dadurch werden die Schweiz und auch die Schweizer Käser fit getrimmt.»

Was ich mir wünschte, war kein neues Sportgerät — sondern einen Wertewandel im Verkauf. «Wir müssen mehr Geschichten erzählen», sagte ich damals. Geschichten des Käses, seiner Herkunft, seiner Werte. Das sei leicht: «Käsermeister geniessen den besseren Ruf als manche Bankiers.»

Ein unvergesslicher Tag

Dabei waren Bundesrat Johann Schneider-Ammann und so ziemlich alles, was in der Milchbranche Rang und Namen hat. Schneider-Ammann erzählte, wie ihm Käse dazu diente, den Kitt zwischen Vertretern der Europäischen Entwicklungsbank und der Schweiz zu stärken — mit einem Käsefondue aus Emmentaler, Appenzeller und Vacherin. «Inklusive Digestiv wurde der Freitagabend immer besser», meinte er schmunzelnd.

Hanspeter Kern von den Schweizer Milchproduzenten überbrachte ebenfalls Grüsse. Die Zusammenarbeit zwischen FROMARTE und SMP sei zentral. Und auch wenn man das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne hat — «bei der Heumilch sind wir uns wenigstens einig», ergänzte ich, bevor ich mich bei Kern für ein Bild bedankte, das die SMP der FROMARTE zum Geburtstag schenkte.

Ein schöner Tag — und ein guter Beweis, dass 100 Jahre alte Institutionen kein bisschen müde sein müssen.

Erschienen in der BauernZeitung, 7. April 2017.

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